1. März 2015

Die Filme

Das waren die Filme, welche wir am 4. Juni 2016 beim KultKino2 zeigten.


Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (Japan 1971)

Atombomben und Aliens können ziemlich gemein sein – das hat uns Godzilla schon oft erklärt. Dass die größte aller Gefahren aber noch näher liegt und sogar von uns allen tagtäglich selbst produziert wird, ist ein neues Element im Godzilla-Universum.

Mit einer seltsamen Kaulquappe, welche aus den gräulich-schaumigen Wellen des Meeres gefischt wird, fängt alles an. Die Nahrung, mit der ihre Artgenossen zu dem schleimig-zotteligen Ungetüm im XXL-Format mutieren (mit einem Monsterkopf größer als Godzilla!), geben wir ihr freiwillig: Umweltgifte aller Art! Mit „Ich mag Müll“ hatte ja schon Oskar aus der Sesamstraßen-Mülltonne seinen Fetisch beim Namen genannt.

Hydrox, unser Smog-Monster mit dem strahlenden Blick, lebt von Industrie-Emissionen und Chemikalien, welche der Mensch sorglos in die Umwelt wirft. Es sitzt auf unseren Schornsteinen und wächst, es sondert giftigen Schleim ab, der unsere Diskotheken überflutet!

Von der harmlosen Kaulquappe zum Reptil, zum UFO-förmigen und angriffslustigen Riesenmonster: So schnell kann die Gefahr, welche wir aus unserem  Umweltunbewusstsein heraus fördern, wachsen. Die Uhr tickt… Kann Godzilla uns retten?

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster ist der wahrscheinlich unterhaltsamste Film mit Öko-Message aller Zeiten und der ungewöhnlichste Godzilla-Streifen obendrein. Nie prallten Kinder-Cartoons und Skelettier-Effekte, 60s-Beats und Monsterkämpfe so gnadenlos aufeinander wie hier. Top!

Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (Japan 1971) am 4. Juni um 15 Uhr im Filmcenter Dillingen!


Die Rache der 1000 Katzen (Mexiko 1972)

Hugo hat die Sammel-Leidenschaft im Blut. Seine Vorfahren hatten es auf ausgestopfte Tiere abgesehen, er aber sammelt lieber Lebendiges: Katzen!

Diese Sammlung hat allerdings einen kleinen Haken: Sie muss regelmäßig gefüttert werden. Glücklicherweise ist Hugo ein Womanizer, ein Bachelor vor dem Herrn, dem die Frauen reihenweise vor den Füßen beziehungsweise vor dem Hubschrauber liegen… Hubschrauber? Nicht wundern – sehen und staunen!

Hugos rechte Hand hört auf den Namen Gorgo; ein buckliger Diener, welcher sich grunzend durch´s Leben schlägt. Aber kochen und Schachspielen kann er!

Viele Frauen fallen auf Katzenfan Hugo und dessen Charme rein, doch eine wird misstrauisch. Als sie Hugos Zweitsammlung, in Einmachgläsern gelagerte Frauenköpfe, sieht, wird ihr klar: Hugo hat mächtig einen an der Klatsche…

Diesen Film kann man nicht in Worte fassen. Man muss ihn gesehen haben, um ihn glauben zu können! Meiner Meinung nach ist Die Rache der 1000 Katzen einer der 10 – nein! – sogar einer der 5 besten Filme aller Zeiten! Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung derzeit relativ allein da stehe, aber ich bin mir sicher, dass sich das nach dem KultKino2 ändern wird.

Die Rache der 1000 Katzen ist ein Meisterwerk des mexikanischen Regisseurs René Cardona Jr. (Tintorera!, Die Qual der Geiseln, Der weiße Sohn des Gorillas, …), welches er mit seinem und meinem Lieblings-Darsteller Hugo Stiglitz (Großangriff der Zombies) exzellent besetzte!

Bei den durchwegs sehr attraktiven Damen werden unsere Blicke von hierzulande eher unbekannten Schönheiten verwöhnt. Eine Ausnahme bildet Christa Linder, welche aufgrund ihrer Auftritte in einigen Kommissar X – Folgen bekannt sein könnte.

Die Rache der 1000 Katzen (Mexiko 1972) am 4. Juni um 17:30 Uhr im Filmcenter Dillingen!


Harley Riders – Sie kannten kein Erbarmen (Italien 1975)

Der Kleinkriminelle Aldo träumt von der ganz großen Sause. In der Gangster-Hackordnung steht er derzeit allerdings noch ganz weit unten und sein Chef will auch, dass es dabei bleibt. Fast wie im richtigen Leben…

Als Aldo mal wieder so richtig am Boden ist, lernt er Luciana kennen. Für Luciana ist Aldo die Welt, aber Aldo träumt von einer anderen Welt, einer in der Geld und Macht auf seinem Haben-Konto verbucht sind. Gnadenlos wildert er im Revier des Ex-Chefs, geht über Leichen und nimmt dabei auch keinerlei Rücksicht auf seine arme Luciana. Die Party beginnt!

Es ist keine Übertreibung, wenn Freunde des italienischen Kinos Harley Riders – Sie kannten kein Erbarmen als Pflichtprogramm bezeichnen. Exploitation, Action, Brutalität und Drama, stilvoll, spannend und mit einem gesunden Hauch Sozialkritik verpackt von Meister-Regisseur, Kommunist und Volksversteher Pasquale Squitieri (Camorra, Der Aufstieg des Paten)!

In der Hauptrolle sehen wir keinen geringeren als Joe Dallesandro, welcher vor allem dank seiner Zusammenarbeit mit Andy Warhol (Dracula, Frankenstein, Trash, …) bekannt wurde. Hier blüht er aber so richtig auf und zeigt, dass Kirschen essen keine Tätigkeit ist, für die man ihn begeistern könnte. Ein großartiges Filmvergnügen für Kenner des italienischen Genre-Kinos und für alle, welche es nach Sichtung sein werden.

Harley Riders – Sie kannten kein Erbarmen (Italien 1975) am 4. Juni um 20:30 Uhr im Filmcenter Dillingen!


Der Überraschungsfilm (? ?)

Alle freuen sich auf ein spaßiges Wochenende! Da wäre zum Beispiel das hübsche Model Diane, gespielt von Brenda Vaccaro (die in ihrem richtigen Leben ebenfalls schon als Model unterwegs war). Harry, ihr neuer Typ, hat eine tolle Party in seinem coolen Landhaus versprochen!

Harry hingegen freut sich auf ein erotisches Abenteuer mit Diane. Die versprochene Party soll, ganz nach seinem Gusto, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden; Diane muss ja nicht alles wissen.

Doch das Leben ist kein Wunschkonzert, schon gar nicht für Diane und Harry! Bereits bei der Hinfahrt legen sie sich mit prolligen und gewalttätig veranlagten Hinterwäldlern an und diese mischen die „Party“ so richtig auf!

Party des Grauens ist das Gegenteil dessen, was man landläufig unter einem »schönen Film« versteht. Und das will er zum Glück auch gar nicht sein. Er ist eine Rarität und Perle innerhalb des Rape And Revenge – Genres.

Allerdings macht er im Vergleich zu seinen weit bekannteren Kollegen wie „Ich spucke auf Dein Grab“ oder „The Last House on the Left“ etwas goldrichtig: Hier ist die Frau das Alphatier! Sie muss erst gar nicht in halbtransparenter Bluse vor den Einheimischen stolzieren, um deren niederen Triebe zu wecken. Die Männer fühlen sich schon dadurch provoziert, dass Diane ihnen in Sachen Mut, technischen Sachverstand und vor allem Intelligenz weit überlegen ist. Selten hat dieses Genre einen solchen Sympathieträger an Bord. Diane, mach sie platt!

Party des Grauens (Kanada 1976) am 4. Juni um 22:45 Uhr im Filmcenter Dillingen!

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